Fertigungsschritte

1. Rohmaterial:

Der Stumpen:
Stumpen sind kegelförmige Filzgebilde, deren Größe gewichtsabhängig ist.

Stumpen können sein:
  • Haarfilze (Hasen, Kaninchenhaare)
  • Wollfilze (Kaschmir- oder Tibetziege, Mohair oder Angoraziege, Schafwolle, Alpakas oder Kamel)
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2. Steifen:

Das Steifen oder Appretieren des Stumpens.

Das Steifen dient dem Zweck, dem Stumpen eine gewisse Härte und Festigkeit zu geben.

Der Stumpen wird in einer Steifeflüssigkeit getränkt und anschließend durch die Mangel gedreht.
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3. Formen:

Die Dampfglocke:
Um den Hutstupen über eine Holz- oder Aluform ziehen zu können, muß er dehnbar gemacht werden. Die Dehnfähigkeit erreicht man durch heißen Dampf, der in der Dampfglocke aus Kupfer erzeugt wird.

Ist der Stumpen gleichmäßig auf die Form gezogen, wird das Formband angelegt und mit dem Treibeisen aus Messing an die Bandstelle, wo Kopf- und Randteil zusammenlaufen, getrieben und straff gezogen.
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4. Bügeln:

Um den Rand des Hutes flach und frei von Falten zu halten, wird mit einem feuchtem Tuch mit der Hand darüber gebügelt.
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5. Bürsten:

Ist der Stumpen nun gleichmäßig auf der Hutform und mit den Formbändern fixiert, wird er nach dem "Strich" gebürstet.
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6. Trocknen:

Die Hüte werden auf Holzformen aufgezogen und im Trockenkasten bei einer Temperatur von 60 - 80°C vier Stunden lang getrocknet.

Nach der Trocknung des Hutes wird dieser von der Hutform abgenommen und zur weiteren Verarbeitung zur "hydraulischen Presse" gebracht.
 
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7. Pressen:

Das Pressen und Bügeln des Hutes:

Dadurch erhält der Hut, wie der Hutmacher sagt, Stand und Glanz.

Durch das Zusammenpressen des Faserngebildes und der Aktivierung der Steife unter Wärme und starker Druckanwendung erhält der Hut seine innere Festigkeit, seine endgültige Form, eine exakte Ausprägung der Bandstelle und eine gewisse Decke und Glanz.

Bei der hydraulischen Presse wird mit Fassanschalen aus Aluminiumlegierungen gearbeitet. Diese werden erwärmt, der Hut hineingelegt und mit Wasserdruck in einem Gummibeutel von oben in die Form gepresst.
 
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8. Schleifen:

Der fertige Woll- oder Haarfilzhut soll ein glattes, tuchartiges Aussehen erhalten und soll eine feine, kurze und dichte Haardecke, die ihm den feinen Griff gibt, aufweisen.

Die Qualität der Hutes hängt immer von der Dichte und Feinheit des Haarflores ab.

Das Reiben mit dem Reib- oder Schleifpapier macht die Haardecke glatt, kurz und griffig.
 
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9. Einledern und Steppen:

Das Einnähen des Schweißleders oder Baumwollbandes kann mit der Hand oder durch Spezialmaschinen erfolgen.

Das Einfassen und Steppen des Hutrandes oder der Krempe:
Das Einfassen mit Bändern erfolgt mit der Maschine, das Einfassen mit Stoffen (Samt, Seide, Tuch) mit der Hand.
 
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10. Garnieren/Staffieren:

Schnüre, Borten, Bänder oder handgelegte Stoffgarnituren werden um den Hut gelegt und erhalten als Abschluß Maschen, Knoten, Klänge, je nach Zeitgeist, Geschmack und Phantasie.
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11. Ausfertigen:

Das Ausfertigen:
Darunter versteht man die letzte Oberflächenbehandlung, um dem Hut den richtigen "Schmiß" und Schwung von Hand zu geben.
 
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12. Kontrolle:

Endkontrolle:
Kopfweiten werden auf dem Hutdehner geprüft.
Die Prüfung der Nähte sowie Sitz und Befestigung der Garnierung erfolgen visuell.

Es erfolgt die Etikettierung und Preisauszeichnung.
 
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13. Werkzeuge:

Neben einer sauberen, wohlgeordneten Werkstatt ist ein eigener Raum für das Steifen notwendig.

An Großmaschinen kommen die Trockenkammer, die hydraulische Presse und verschiedene Nähmaschinen zum Einsatz.

An Kleinwerkzeugen sind Rundschere, Liswar, Formenstockerl, Treibeisen, Randbreitenschneider, Formschnüre, Hammer und Zange wichtige Hilfsmittel.

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Kupferdesign Prammer